Gelnägel: Der ultimative Guide zu dieser Art der Kunstnägel

GelnägelWelche Frau träumt nicht von schönen und gepflegten Nägeln, die ihrem Alltag und ihren Hobbies standhalten ohne abzubrechen? Künstliche Gelnägel können eine Alternative zu natürlichen Fingernägeln sein und liegen seit Jahren im Trend. Der Kreativität bei der stabilen und dauerhaften Maniküre sind kaum Grenzen gesetzt.

Doch sind Gelnägel überhaupt für jeden Nagel geeignet und was musst Du beachten? Hier findest Du alles Wissenswerte über Gelnägel und auf was Du achten musst, wenn Du Dich für Gelnägel entscheidest.

Viele Frauen leiden unter ihren brüchigen, porösen und zu weichen Fingernägeln und entscheiden sich deshalb für die künstliche Gel-Variante. Die aufgetragene Gelschicht kann Deine natürlichen und verletzlichen Fingernägel schützen. Künstliche Fingernägel bieten sich auch an, wenn Du die unschöne Angewohnheit hast, an Deinen Nägeln zu kauen.

Entscheidest Du Dich für Gelnägel, kannst Du Deine Nägel in unzähligen Farben lackieren lassen, sie mit Glitzersteinen veredeln lassen oder sie im natürlichen French-Look tragen. Deine Nägel sind genauso vielfältig wie Du selbst.

Was unterscheidet Gelnägel von Acrylnägeln?

Oft werden Gel- und Acrylnägel verwechselt oder fälschlicherweise für das Gleiche gehalten. In zahlreichen Nagel- und Kosmetikstudios werden beide Varianten der künstlichen Maniküre angeboten. Aber wo genau liegt der Unterschied bei den verschiedenen Varianten? Und was sind die Vor- und Nachteile von Gel- und Acrylnägeln?

Sowohl Acryl- als auch Gelnägel bestehen aus Acryl. Somit gibt es zumindest von der chemischen Seite her keinen Unterschied. Sehr wohl aber in der Herstellung und der Anwendung auf den Nägeln.

Die Masse für Acrylnägel wird aus einem Pulver und einer Flüssigkeit von der Nageldesignerin oder der Kosmetikerin zusammengemischt, um es anschließend für die Nagelmodellage verwenden zu können. Da die Masse sehr schnell aushärtet, muss das Acryl umgehend auf den Nagel aufgetragen werden.

Vor- und Nachteile von Acrylnägeln

  • Steht die optische Verlängerung und nicht das Design und die Farbe der Nägel im Vordergrund, sind Acrylnägel eine gute Wahl.
  • Acrylnägel sind stärker und widerstandsfähiger als Gelnägel. Das ist vor allem vorteilhaft, wenn Du sehr brüchige Nägel hast und an Deinen Nägel kaust.
  • Das Auftragen der Acrylnägel kann in einer sehr dünnen Schicht auf dem Naturnagel erfolgen. Somit sehen Acrylnägel etwas natürlicher und unauffälliger aus, was auch beim Rauswachsen der Nägel von Vorteil ist.
  • Durch einen chemischen Prozess, der bei der Herstellung der Acrylmasse entsteht, kommt es zu einer erhöhten Temperatur. Dadurch entstehen giftige Dämpfe, die nicht eingeatmet werden sollen. Arbeitet man als Nageldesignerin regelmäßig mit der Acrylvariante, sollte auf jeden Fall eine Schutzmaske getragen werden, um sich vor den schädlichen Dämpfen zu schützen.
  • Der Geruch beim Auftragen der Acrylnägel ist ziemlich unangenehm und beißend.

Vor- und Nachteile von Gelnägeln

Bei Gelnägeln werden in der Regel zwischen einer und drei Schichten Gel, bestehend aus einem flüssigen Acrylat, auf den Naturnagel aufgetragen und mit Hilfe einer UV- oder LED-Lampe ausgehärtet. Dabei muss jede extra aufgetragene Gelschicht zum Härten unter die Lampe. Die Gelnägel können in einer beliebigen Farbe oder mit der sogenannten French-Maniküre bzw. French Nails, also mit weißen Spitzen, lackiert werden. Zusätzlich können die Nägel auch noch mit Glitzersteinen oder Nagelbildern verziert werden.

  • Beim Auftragen oder beim Aushärten der Nägel entstehen keine giftigen Dämpfe.
  • Der Geruch ist angenehmer und weniger störend als bei Acrylnägeln.
  • Gelnägel sind einfacher zu modellieren und können mit etwas Übung sogar mit einem speziellen Kit Zuhause aufgetragen werden.
  • Die Gelnägel können nicht so dünn aufgetragen werden wie Acrylnägel. Dadurch sind sie dicker und wirken unter Umständen unnatürlicher.
  • Beim Rauswachsen lassen der Gelnägel, ist der Übergang zwischen dem Naturnagel und der Gelschicht auffälliger.

Willst Du Deine künstlichen Fingernägel entfernen, verhält es sich bei beiden Varianten gleich. Sowohl die Gel- als auch die Acrylnägel können vorsichtig mit einer Feile bis auf den Naturnagel abgeschliffen werden. Am besten gehst Du hierfür zu Deiner Nageldesignerin oder Deiner Kosmetikerin.

Dadurch verhinderst Du, dass eine dünne Kunststoffschicht auf Deinem Nagel zurückbleibt, noch riskierst Du eine Verletzung Deines natürlichen Nagels. Eine unschönere Alternativ ist, Deine Kunstnägel einfach rauswachsen zu lassen und die Nagelspitzen regelmäßig abzufeilen.


Auch können Gel- und Acrylnägel mit Aceton entfernt werden. Dafür tränkst Du einfach Wattebällchen, diese sind aufnahmefähiger als Wattepads, in einen Aceton-Nagellackentferner und legst diese auf Deine Nägel. Um den Effekt zu erhöhen, kannst Du die Nägel daraufhin mit Alufolie umwickeln und ca. 15 Minuten warten. Danach sollte sich die Gel- beziehungsweise die Acrylschicht leicht ablösen lassen.

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Diese Methode ist allerdings ziemlich aggressiv zu Deinen Nägeln und belastet die empfindliche Nagelhaut. Um sich von den Strapazen erholen zu können, gönnst Du Deinen Nägeln anschließend am besten ein pflegendes Nagelöl-Bad und verwendest danach regelmäßig eine Feuchtigkeitspflege speziell für Hände und Nägel. Auch solltest Du Deine Nägel vorerst nicht lackieren, damit sie sich wieder regenerieren können.

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UV- Licht oder LED-Licht bei Gelnägeln?

Lampen mit UV-Licht sind nicht ganz unbedenklich. Zwar sind die gefährlicheren Lampen mit UVB-Strahlung mittlerweile kaum mehr zu finden, allerdings kann auch die Strahlung einer UV-Lampe die Hautzellen angreifen. Dadurch kann Hautkrebs entstehen und die Haut altert schneller. Grund hierfür sind die ultravioletten Strahlen, denen man, während die Gelschicht abhärten muss, mehrere Minuten lang ausgesetzt ist. UV-Licht kann außerdem die Nägel austrocknen sowie diese dünn und brüchig machen.


Viele Nagel- und Kosmetikstudios haben aus diesen Gründen auf die ungefährlichen LED-Lampen umgerüstet, um die Gelschicht härten zu lassen. Bevor Du Dir Gelnägel machen lässt, kannst Du Dich bei dem Nagelstudio Deines Vertrauens informieren, mit welcher Lampe dort gearbeitet wird. Wenn Du trotz der Risiken bei UV-Licht bleiben willst, trage vor dem Nageltermin vorsichtshalber Sonnencreme auf Deine Hände auf. So minimierst Du das Hautkrebsrisiko.

Sind Gelnägel gefährlich für die Gesundheit?

Wie bereits erwähnt ist das Hautkrebsrisiko speziell im Bereich der Fingernägel durch die Verwendung einer UV-Lampe erhöht. Durch die oft farbige Gelschicht können Tumore teilweise für Jahre unentdeckt bleiben und sich im schlimmsten Fall sogar weiter auf den Handrücken und die Finger ausbreiten.

Auch können sich durch Gelnägel Keime und Bakterien leichter ausbreiten, da die Nagelhaut nicht mehr ausreichend sauber gehalten werden kann. Damit steigt das Risiko einer schmerzenden Nagelbettentzündung sowie einer Nagelpilzinfektion. Um einer Infektion des Nagelbetts vorzubeugen, solltest Du unbedingt darauf verzichten, die Nagelhaut zu schneiden. Besser ist, Du schiebst die Nagelhaut lediglich sanft zurück.


Zwar handelt es sich bei Fingernägeln um „totes“ Gewebe, welches nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden muss. Allerdings kann die Gelschicht dazu führen, dass das in den Nägeln vorhandene Keratin nicht genügend Sauerstoff erhält und den Nagel somit nicht mehr optimal aushärten kann. Dadurch werden die eigenen Nägel weich, brüchig und dünn.

Das führt auf lange Sicht dazu, dass Deine Nägel bei jeder Kleinigkeit abbrechen können. Wenn Du für längere Zeit Gelnägel getragen hast, brauchen Deine eigenen Nägel ungefähr fünf Monate, bis sie ihre ursprüngliche Stabilität zurückerhalten.

Wichtig ist auch, dass Du bei der Suche nach einem passenden Nagel- oder Kosmetikstudio darauf achtest, dass dort die Hygienestandards eingehalten werden. Die Nageldesignerin muss sich vor jeder neuen Kundin die Hände sowie die Unterarme desinfizieren, damit sich mögliche Keime und Bakterien bei der Modellage nicht übertragen können.

Auch solltest Du in einem Nagelstudio nicht auf Tiere, Getränke oder Lebensmittel stoßen. Das spricht nicht für eine passende und somit hygienisch unbedenkliche Räumlichkeit eines Nagelstudios.

Wie lange halten Gelnägel im Normalfall?

Längst stehen bei einer Maniküre nicht mehr nur die Farbe und die Form des Nagels im Fokus, sondern auch die Haltbarkeit des Lacks. Welche Frau kennt das Problem mit herkömmlichen Nagellacks nicht? Eine Standardmaniküre dauert mindestens 30 Minuten und da sind Patzer noch nicht mal eingerechnet. Allerspätestens nach einer Woche sieht der Nagellack nicht mehr schön aus, er splittert ab oder hat Kratzer. Anders sieht das bei Gelnägeln aus.


Diese halten bis zu drei Wochen ohne abzusplittern und sind dazu auch noch um einiges strapazierfähiger und härter. Ein künstlicher Nagel ist ungefähr bis zu 30-Mal stabiler als die eigenen Nägel. Wie lange Gelnägel im Normalfall halten, ist natürlich auch davon abhängig, wie schnell Deine natürlichen Nägel wachsen und wie Deine Lebensumstände sind. Bei extrem schnell wachsenden Fingernägeln können die Gelnägel bereits nach zwei Wochen unschön und rausgewachsen aussehen.

Können Gelnägel aufgefüllt werden?

Mit der richtigen Pflege können Deine Gelnägel ewig halten. Voraussetzung ist, Du lässt die Nägel regelmäßig auffüllen. Eine solche Prozedur nennt man Refill. Sobald durch den natürlichen Wuchs der Nägel eine Lücke zwischen Gel und Nagel entsteht, ist es an der Zeit die Nägel wieder auffüllen zu lassen. Bei einem Refill wird in der Regel mindestens 60 Prozent des alten Gels durch Feilen entfernt und dann mit neuem Gel aufgefüllt. Bei jedem Refill kann ein neues Design oder eine neue Farbe verwendet werden. So wird es auf Deinen Gelnägeln nie langweilig.

Wie viel kosten Gelnägel?

Wenn Du Dir das erste Mal Gelnägel machen lässt, also eine sogenannte Neumodellage, kannst Du mit einem Preis von 40 – 60 Euro rechnen. Das regelmäßig anfallende Refill schlägt alle paar Wochen, je nachdem wie schnell Deine Nägel wachsen, mit ca. 30 Euro zu Buche.

Welche Gelnägel-Formen passen zu Dir?

Unterschiedliche Gelnägel-Formen sind gut dafür geeignet, mögliche optische Defizite Deiner Finger zu kaschieren und auszugleichen. Durch einen etwas spitzeren Nagel beispielsweise, wirkt der gesamte Finger länger und Du kannst kleinere Finger optisch verlängern. Allerdings ist bei spitzen und langen Gelnägeln die Gefahr größer, dass die Nägel abbrechen können.

Grob kann man zwischen vier gängigen Nagel-Formen unterscheiden: Zwischen der Stiletto-Form, der eckigen Form, der ovalen Form sowie der Mandelform. Die Stiletto-Form ist wie der Name schon vermuten lässt extravagant, ziemlich lang und vor allem sehr spitz. Wie ein Stiletto eben. Diese Form passt gut zu kurzen Fingern mit einem breiten Nagelbett, ist jedoch durch die übertriebene Form nicht jedermanns Geschmack.


Die eckige Form ist im Moment die angesagteste Form unter den Gelnägeln. Vor allem wenn Du kleine Finger und ein schmales Nagelbett hast, ist diese Form super für Dich geeignet. Deine Finger sehen optisch länger aus und ziehen Dein Nagelbett in die Breite.

Der Klassiker unter den Formen und wahrscheinlich auch die natürlichste Form der Gelnägel ist die ovale Form. Besonders schön kommt diese klassische Form bei langen Fingern und einem breiten Nagelbett zur Geltung. Durch diese Form wirken Deine Finger filigran und vorteilhaft schmal. Außerdem kannst Du Deine Fingernägel trotzdem relativ lang tragen, ohne dass Deine Finger noch länger aussehen.

Bei der Mandelform handelt es sich um eine Mischung zwischen der ovalen sowie der Stiletto-Form, ohne dabei zu extravagant zu wirken. Ein breiteres Nagelbett wird kaschiert und lässt die Finger schmäler wirken. In Verbindung mit Pastell- und Naturtönen wirkt die Mandelform besonders schön und elegant.

Gelnägel selber machen

Mittlerweile gibt es spezielle Nagel-Sets mit denen man Gelnägel einfach selbst zuhause machen kann. Vorteile dieser Sets sind, dass die Kosten auf Dauer niedriger sind und man nicht extra in ein Nagel- oder Kosmetikstudio gehen muss. Allerdings halten die selbstgemachten Gelnägel auch nicht so lange. Die Haltbarkeit beträgt im Durchschnitt etwa zehn Tage.

Bei den Sets gibt es günstige Varianten um die 35 Euro, Sets aus der mittleren Preisklasse für rund 100 Euro sowie Sets aus der höheren Preisklasse für etwa 150 Euro. In den meisten Sets sind mindestens ein Gel-Lack, eine LED-Lampe sowie Reinigungstücher enthalten.


Die Prozedur ist bei den verschiedenen Sets in der Regel relativ gleich. Zuerst reinigst Du Deine Nägel gründlich und trägst anschließend den Gel-Lack auf. Diesen härtest Du als letzten Schritt unter der LED-Lampe. Bei manchen Sets musst Du mehrere Gelschichten auftragen, vor allem wenn Du einen farbigen Lack verwendest. Wichtig ist, dass Du die Anweisungen der Hersteller genau befolgst. Nur so erzielst Du das richtige Ergebnis.

Für ein genaues Auftragen ist natürlich eine ruhige Hand wichtig, aber das kennst Du sicher bereits von Deiner normalen Maniküre. Wenn Du bei Deinen Nägeln allerdings auf ein perfektes und länger anhaltendes Ergebnis wert legst, ist es ratsam, lieber etwas mehr Geld auszugeben und einen Profi an Deine Nägel zu lassen.

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Letzte Aktualisierung der angezeigten Preise am 22.07.2019

Autor: Marissa Meier

Marissa ist Beauty-Editor bei Stylecollect. Sie interessiert sich für Designer-Handtaschen, Fashion und die neuesten Beauty-Trends. Das Know-how sammelte sie über viele Jahre des Ausprobierens verschiedener Beautyprodukte und regelmäßiges Lesen aller renommierten Magazine.