Acrylnägel: Der ultimative Guide zu den manikürten Nägeln

AcrylnägelSchöne und gepflegte Nägel sind für viele Frauen ein absolutes Muss, um ihre weibliche Ausstrahlung zu unterstreichen. Lackierte Nägel sind mittlerweile ein unverzichtbares Modeaccessoire und fast schon so wichtig wie Schmuck.

Doch nicht jede Frau ist von Natur aus mit gesunden und harten Fingernägeln gesegnet. Oft reicht ein falscher Griff im Alltag aus, um sich einen Nagel einzureißen oder sogar ganz abzubrechen.

Leidest Du auch unter brüchigen oder zu weichen Fingernägeln oder bist Du einfach davon genervt, dass herkömmlicher Nagellack bereits nach wenigen Tagen absplittert und erneuert werden muss? Dann sind künstliche Nägel aus Acryl eine widerstandsfähige und optisch sehr schöne Alternative zu der eigenen Maniküre zuhause.

Doch wie werden Acrylnägel überhaupt hergestellt und was sind die Vorteile? Wir haben das Wichtigste zusammengefasst, um Dich bei der Entscheidung für oder gegen Nägel aus Acryl zu unterstützen und zu beraten.


Entscheidest Du Dich für Acrylnägel, solltest Du Dir diese in einem professionellen Nagelstudio oder bei einer Kosmetikerin machen lassen. Die Acryl-Technik ist in der Anwendung etwas komplizierter als andere Methoden, da es auf das richtige Mischverhältnis und auf ein geübtes Fingerspitzengefühl seitens der Nageldesignerin ankommt. Erfahrung und Know-How sind hier sehr wichtig!

Künstliche Fingernägel aus Acryl werden aus zwei verschiedenen Materialien hergestellt. Das ist zum einen ein Pulver aus Acryl und zum anderen ein verflüssigtes Acryl, wobei man das Pulver Polymer und die Flüssigkeit Monomer nennt. Zum Auftragen auf die Nägel wird das Pulver mit der Modellier-Flüssigkeit direkt auf dem Pinsel zu einer homogenen Masse miteinander vermischt.


Durch die Verbindung beider Wirkstoffe, entsteht eine chemische Reaktion, welche die Masse sehr schnell aushärten lässt. Aus diesem Grund muss die Nageldesignerin das Acryl unverzüglich auf die Nägel auftragen. Bei der Methode mit Acryl wird keine UV- oder LED-Lampe benötigt, da das Material schnell an der Luft austrocknet.

Wie werden Acrylnägel gemacht?

Zuerst werden Deine Hände und Naturnägel desinfiziert und auf die Prozedur vorbereitet. Dabei werden die Nägel mit einer speziellen Feile leicht angeraut und dann mit einem Nagellackentferner oder einem Primer von Schmutz und Fett befreit. So haftet das Acryl später besser auf Deinen Nägeln und sie lösen sich nicht frühzeitig ab. Gegebenenfalls entfernt die Nageldesignerin noch Deine Nagelhaut, indem sie diese mit einem Stäbchen sanft zurückschiebt.

Jetzt kommt es zum eigentlichen Modellieren. Der Pinsel wird zuerst in die Flüssigkeit und anschließend in das Pulver getaucht. Durch das Vermischen entsteht ein kleines Kügelchen, welches nun auf Deine Nägel aufgetragen und gleichmäßig nach oben verstrichen wird.

Pro Nagel braucht man in der Regel 3 Kügelchen. Ist die Acrylmasse vollständig ausgehärtet, werden die Nägel noch in die gewünschte Form gefeilt und poliert. Jetzt können die fertigen Acrylnägel noch mit einem farbigen Nagellack sowie mit Nailart verziert werden.


Bei der soeben beschriebenen Vorgehensweise handelt es sich um eine reine Nagelverstärkung. Willst Du Deine Nägel verlängern, kann die Nageldesignerin zusätzlich eine Nagelverlängerung durchführen. Hierbei werden Deine Naturnägel bis zur Fingerkuppe gekürzt, da der Tip, also der künstliche Fingernagel, ansonsten nicht optimal haften kann.

Nach der Desinfizierung und Vorbereitung auf die Modellage, werden die Tips mit einem speziellen Kleber auf die Naturnägel aufgeklebt. Anschließend werden die Tips entsprechend gekürzt und gefeilt, bevor es mit der Modellage weitergeht. Die Vorgehensweise ist ab hier die selbe, wie bei der Nagelverstärkung. Alternativ kann man, anstatt mit einem Tip, auch mit Schablonen arbeiten, um die Nägel zu verlängern.

Acrylnägel entfernen – So geht es!

Willst Du Deine Acrylnägel entfernen, kannst Du dies entweder in Deinem Nagelstudio machen lassen oder ganz einfach bei Dir zuhause. Du benötigst lediglich etwas Zeit sowie eine Aceton-Lösung, welche Du in vielen Baumärkten oder Online bekommst. Allerdings reicht oft auch ein herkömmlicher Nagellackentferner mit Aceton aus, um den Klebstoff von den künstlichen Nägeln zu lösen. Häufig wird einem vorgeschlagen, die Fingernägel für mehrere Minuten in einem Aceton-Bad zu tränken und einwirken zu lassen.

Diese Methode ist zwar wirksam, allerdings auch ziemlich aggressiv und kann vor allem bei empfindlicher Nagelhaut zu Rötungen und gereizter Haut führen sowie die Nägel spröde und trocken machen.

Schonender ist die Methode mit in Aceton getränkten Wättebällchen sowie Alufolie. Zur Vorbereitung kannst Du die Acrylnägel schon mal mit einer Glas- oder Sandblattfeile bis zu den Fingerkuppen kürzen. Anschließend tränkst Du Wattebällchen, diese sind aufnahmefähiger und somit effektiver als Wattepads, in den Aceton-Nagellackentferner und drückst diese dann auf Deine Fingernägel. Um einen besseren Effekt zu erzielen, umwickelst Du Deine Nägel anschließend mit herkömmlicher Alufolie und lässt das ganze mindestens 15 Minuten einwirken.


Nachdem Du Alufolie und Wattebällchen entfernt hast, sollte die nun klebrige und gummiartige Acrylmasse leicht mit einem Stäbchen abgeschabt werden können. Wenn sich die Acrylnägel nicht vollständig lösen wollen, kannst Du den gesamten Vorgang nochmals wiederholen. Zur Not musst Du hartnäckige Klebereste mit einer weichen Feile ganz vorsichtig abfeilen.

Wenn Du allerdings erstmal auf die hautreizende Entfernung mit Aceton verzichten willst, kannst Du versuchen die künstlichen Nägel in einem Seifenbad zu entfernen. Bei dieser sehr schonenden Methode bereitest Du einfach ein warmes Seifenbad vor und lässt Deine Hände und Nägel für eine halbe Stunde darin einweichen. Währenddessen rüttelst Du immer wieder an den künstlichen Nägeln und versuchst diese zu lockern.

Allerdings kann diese sanfte Methode nicht alle Arten von Klebstoff lösen. Einen Versuch ist es allemal wert, da es den Nägeln weder schadet noch Geld kostet. Mit einem Schuss Oliven- oder Kokosöl, kannst Du Deine Hände sogar zusätzlich mit Nährstoffen verwöhnen.

Abraten würden wir Dir von der Möglichkeit, Deine künstlichen Nägel selbst abzufeilen. Hier ist die Gefahr groß, Deine Naturnägel sowie die sensible Nagelhaut zu verletzen. Für diese Methode solltest Du auf alle Fälle in ein erfahrenes Nagelstudio gehen. Nur so beugst Du Verletzungen vor und verhinderst, dass eine dünne Kunststoffschicht auf Deinen Nägeln zurückbleibt.


Nachdem die Acrylnägel entfernt wurden, ist es besonders wichtig, Deine Hände und Nägel anschließend mit reichhaltigem Pflege-Öl sowie feuchtigkeitsspendender Handcreme zu pflegen. Vor allem anfangs werden Deine Naturnägel sehr weich sein.

Mit etwas Geduld und regelmäßiger Pflege werden sich die Nägel allerdings regenerieren und auch wieder härter werden. Mit einer zusätzlichen Einnahme von zum Beispiel Kieselerde, Keratin, Biotin oder Kalzium kannst Du Deine Nägel in der Regenerationsphase unterstützen.

Acrylnägel lackieren

Du stehst auf bunte und knallige Nagellackfarben? Auch das ist bei Acrylnägeln gar kein Problem. Natürlich kannst Du sie neben den klassisch weißen Spitzen oder einem einfachen, durchsichtigen Glanz, in jeder beliebigen Farbe lackieren lassen. Durch die Verwendung eines farbigen Acrylpulvers, kann die Nageldesignerin Deine Nägel von vornherein in jeder beliebigen Farbe leuchten lassen.

Vorteil ist, dass der farbige Acryllack dauerhaft ist. Kannst Du Dich während der Modellage im Nagelstudio noch nicht für eine bestimmte Farbe entscheiden, kannst Du Deine Acrylnägel auch einfach anschließend zuhause mit herkömmlichen Nagellack lackieren.

Allerdings musst Du hierbei ein paar Kleinigkeiten beachten, um den Acryllack nicht zu beschädigen. Bevor Du den farbigen Nagellack aufträgst, solltest Du auf jeden Fall einen schützenden Unterlack verwenden. Dadurch wird der Acrylnagel versiegelt und vor unschönen Verfärbungen geschützt. Ist der Unterlack komplett getrocknet, kannst Du einen klassischen Nagellack in Deiner Lieblingsfarbe auftragen.


Um die Farbe zu intensivieren, trage bei Bedarf eine zweite Schicht von dem farbigen Lack auf. Als Finish bietet sich ein glänzender Überlack an, der die farbigen Schichten vor Kratzern und einem Absplittern schützt.

Wenn Du Deine Acrylnägel nach einiger Zeit wieder ab oder neu lackieren möchtest, ist das kein Problem. Wichtig ist nur, dass Du dafür einen Nagellackentferner ohne Aceton verwendest.

Acryl- oder Gelnägel

Viele Frauen sind verunsichert, wenn es um den Unterschied zwischen Acryl- oder Gelnägeln geht und für welche der beiden Methoden sie sich entscheiden sollen. Bist Du auch am Überlegen, welche Methode der verschiedenen Nagelmodellagen für Dich die Richtige ist? Wir haben für Dich die wesentlichen Unterschiede zusammengefasst.

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So unterschiedlich wie häufig angenommen wird, sind Gel- und Acrylvarianten eigentlich gar nicht. Sowohl Acryl- als auch Gelnägel werden aus dem gleichen Material, nämlich Acryl, hergestellt. Auch die Haltbarkeit ist mit 2 – 5 Wochen ziemlich ähnlich. Die beiden Methoden unterscheiden sich im Wesentlichen im Härtungsprozess und bei den Kosten.


Wie bereits erwähnt, ist bei der Modellierung mit Acryl keine UV- oder LED-Lampe nötig, da die Masse selbstständig unter Zimmertemperatur aushärtet. Allerdings entstehen durch den chemischen Prozess beim Austrocknen schädliche Dämpfe, die nicht eingeatmet werden dürfen. Um das zu verhindern, ist es sehr wichtig, dass das Nagelstudio genügend belüftet wird. Bei Gelnägeln müssen die Finger nach jeder aufgetragenen Schicht für einige Minuten unter die UV- oder LED-Lampe, um richtig auszuhärten.

Da eine Modellierung mit Acryl aufwendiger ist als mit Gel, sind Acrylnägel in der Regel teurer. Für eine Neumodellage musst Du zwischen 50 und 70 Euro rechnen. Gelnägel schlagen mit ungefähr 40 – 60 Euro zu Buche. Die Preise können natürlich je nach Nagelstudio und Stadt variieren.

Vorteile von Acrylnägeln gegenüber Gelnägeln


  • Acrylnägel sind durch den harten Kunststoff widerstandsfähiger und belastbarer als Gelnägel, jedoch flexibel genug, um bei Stößen nicht sofort abzubrechen
  • Nägel aus Acryl bieten sich an, wenn Deine Nägel im Alltag stark und häufig beansprucht werden
  • Acryl eignet sich besonders gut, wenn Du an Deinen Nägeln kaust oder sehr brüchige und weiche Naturnägel hast
  • Acryl kann sehr dünn aufgetragen werden. Somit sehen die Nägel sehr natürlich und unauffällig aus
  • Die Nägel härten bereits bei Zimmertemperatur aus. Dadurch kann auf eine UV- oder LED-Lampe verzichtet werden
  • Bei entsprechenden Kenntnissen ist die Modellierung mit Acryl einfacher
  • Kleine Schäden an den Nägeln lassen sich schnell und einfach reparieren
  • Das Entferner von Acrylnägeln ist unkomplizierter, da sie mit Aceton abgelöst werden können

Ob Du Dich nun für Gel- oder Acrylnägel entscheidest, ist reine Geschmackssache. Lediglich in der Herstellung und Modellage gibt es signifikante Unterschiede, nicht aber am Endergebnis auf Deinen Fingernägeln.

Haltbarkeit der Acrylnägel

Ein großer Vorteil von Acrylnägeln gegenüber herkömmlichem Nagellack ist definitiv die lange Haltbarkeit. Lackierst Du Dir Deine Nägel mit normalem Lack, sieht dieser spätestens nach ein paar Tagen nicht mehr schön aus. Der Lack splittert und blättert ab. Das nimmt der Ästhetik von gepflegten Fingernägeln sehr schnell seinen Glanz.

Doch wie lange sehen professionell gemachte Acrylnägel gut aus, bevor Du wieder zum Nachfüllen ins Nagelstudio musst? Bei der Haltbarkeit von Acrylnägeln kommt es neben Deiner Lebensweise und Deinem Beruf natürlich auch darauf an, wie schnell Deine eigenen Nägel nachwachsen. Im Normalfall halten Acrylnägel jedoch zwischen 2 und 5 Wochen und lassen Deine Fingernägel in dieser Zeit rundherum schick und gepflegt aussehen.

Empfehlenswerte Acrylnägel-Sets

Hast Du bereits Erfahrung bei der Maniküre von künstlichen Fingernägeln oder Dir vielleicht schon selber Gelnägel verpasst? Mit speziellen Nagel-Sets kannst Du Dich nun auch an die schwierigeren Acrylnägel wagen. Die Sets kosten um die 20 Euro und sind in Fachgeschäften für den Nagelbedarf oder Online zu kaufen. Enthalten sind in der Regel das Pulver, die Flüssigkeit inklusive Behälter, ein Pinsel, eine spezielle Feile, ein Schleifblock sowie Schablonen.

Das Starter-Set für Acrylnägel der FirmaEuBeCos beinhaltet bereits alle wichtigen Utensilien, die Du für das Modellieren mit Acryl benötigst. Außerdem wird es mit einer umfangreichen Anleitung geliefert, die Dir dabei helfen soll, Deine eigenen Acrylnägel zu kreieren. Halte Dich unbedingt an die beigefügte Anwendungsanleitung, da eine Modellage mit Acryl kompliziert und aufwendig ist.

Hier kommst Du zum Produkt:

Das Starter-Set eines anderen Herstellers wird neben den Grund-Utensilien zusätzlich mit verschiedenen Farben, Glitzer sowie Strass-Steinen geliefert und ist gut für den Heimgebrauch geeignet. Hier geht es zum Produkt:

Als blutiger Anfänger und wenn Du noch keine einschlägigen Erfahrungen im Nageldesign hast, ist es jedoch ratsam, für Acrylnägel ein Nagelstudio oder eine Kosmetikerin aufzusuchen. Hier werden Dir mit dem nötigen Know-How wunderschöne Acrylnägel gezaubert, die nicht nur gut aussehen, sondern auch noch möglichst schonend für Deine Naturnägel sind.

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Letzte Aktualisierung der angezeigten Preise am 22.07.2019

Autor: Marissa Meier

Marissa ist Beauty-Editor bei Stylecollect. Sie interessiert sich für Designer-Handtaschen, Fashion und die neuesten Beauty-Trends. Das Know-how sammelte sie über viele Jahre des Ausprobierens verschiedener Beautyprodukte und regelmäßiges Lesen aller renommierten Magazine.